Tierspuren Blog als Beruf?

Durch Zufall bin ich auf den Artikel auf webmsterfriday.de gestossen. Es ist eine gute Frage, ob man beruflich bloggend soviel Geld verdienen kann um davon leben zu können. Ich möchte das nicht ausschliessen. Sicher gibt es Themen, die den Blog zum Beruf werden lassen können. Doch die Große Masse wird nur kleine Beträge einfahren können.

Dieses Tierspuren Blog hat nicht das Ziel den Autor einen Geldsegen zu bringen.
Nein, es soll Informationsquelle für Interessierte sein, die mehr über Spuren von Tieren erfahren möchten.

Marderspuren?

Durch Zufall bin ich auf gutefrage.net auf eine Frage eines Teilnehmers zu Spuren im Schnee gestoßen.
Im Garten fand er Spuren im Schnee und glaubte, dass diese vom Marder kommen könnten.
Er stellte die Frage in die Runde, ob dies auch der Fall sei.

Die Antworten sind verblüffend. So gut wie alle Teilnehmer gaben als Antwort – Marderspuren, oder aber Spuren einer Hauskatze.

Hier der Link zu den Fotos auf gutefrage.net

Aber stimmt das auch wirklich? Sind die Spuren im Schnee tatsächlich von einem Steinmarder hinterlassen worden?
Naja – werfen wir mal einen Blick auf die Gangarten des Marder, die man auch in der Spur wieder erkennen kann.

Der Marder hat im Großen und Ganzen 3 Gangarten, die am Häufigsten vorkommen.
Der Sprung, den Paarsprung bzw. Zweisprung und den Dreisprung.

Der Sprung ist die “normale” Gangart des Marders. Alle 4 Pfotenabdrücke sind im Boden oder Schnee erkennbar.
Bewegt sich der Marder in dieser Gangart, dann ist er meist entspannt und streift ohne Hast und Druck umher.

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 Der Zweisprung oder auch Paarsprung zeigt den Marder schon etwas hastiger. Auch wird der Paarsprung im tiefen Schnee gerne  eingesetzt. Typisch sind die immer nebeneinander liegenden Trittsiegel des Marders.

Der Dreisprung ist eine Zwischengangart, also zwischen Entspannung und hastigen Bewegungen und ist ein Mittelding  zwischen Sprung und Paarsprung.

Wenn man nun die Spuren auf den Fotos auf gutefrage.net mit den oben angeführten Mustern vergleicht sieht man rasch, dass keine richtige Übereinstimmung herrscht.

Meine Meinung über die Spuren im Schnee liegen wo anders.

Es ist ein Eichhörnchen!
Werfen wir einen Blick auf die Gangart beim Eichhörnchen:
 Der Sprung beim Eichhörnchen ist immer in 4er Gruppen zusammengefasst. die 2 kleinen Vorderpfoten werden als erstes aufgesetzt und befinden sich  im hinteren Bereich der Spur. Die großen Hinterpfoten werden vorne in der Spur dargestellt. Interessant ist aber die 4er Gruppe.

Nicht so wie beim Marder oder anderen marderartigen Tieren zum Beispiel dem Iltis bei dem zwar im Sprung auch immer wieder 4er Gruppen  vorkommen, doch meisten die Spur nicht symmetrisch ist.

Also mein Fazit ist – Die Spur im Schnee ist nicht vom Marder sondern einem Einhörnchen.
Oder habt ihr andere Ideen?

Marderspuren Überblick

Marder bewegen sich, wie wir bereits gesehen haben in Sprüngen vorwärts.
Der Dreisprung sieht in der Natur so aus:

Marderspur 3 Sprung

Sehr schön kann man die 3 Trittsiegel zusammen sehen.

Doch wesentlich öfters kann man den Paarsprung des Marders sehen.
Das sieht dann real so aus:

Marderspur Paarsprung

 

Nochmals eine Marderspur im Paarsprung

Besonders im Schnee lassen sich die Spuren gut erkennen!
Werfen Sie einen Blick auf die gut zu sehenden Abdrücke im Schnee:

Marderspur im Schnee

Noch Fragen zur Ihrer Marderspur?

Wenn Sie nicht sicher sind, ob Ihre Spur von einem Marder stammt dann senden Sie mir doch ein paar Fotos und ich versuche Ihr Spurenrätsel zu lösen. Senden Sie mir doch einfach ein paar Fotos (Am Besten Überblicksfotos und Detailfotos ) an r@tierspuren.net

Wenn möglich sind Größenangaben auf den Bildern sehr hilfreich. Zum Beispiel Euromünzen, Kugelschreiber, Messer oder Ähnliches. So kann die Spur genau eingeordnet werden. Danke!

Fraßspuren an Erdwespennest

Vor wenigen Tagen habe ich auf einer Streuobstwiese eine Entdeckung gemacht. Ein Erdwespennest wurde geplündert – also ausgegraben um an die Waben heranzukommen. Die Waben wurden dann teilweise gefressen. Der Rest der Waben lag noch bei aufgebrochenen Erdwespennest.

Wer kann das gewesen sein?

Ganz in der Nähe befinden sich viele dichte Wälder, ein Bach und ein undurchdringlicher Schilfgürtel.
Die Seehöhe ist rund 550 Meter. Es finden sich Spuren von Raubtieren im umliegenden Gebiet. Aber auch Schalenwild – konkret Rehe und Rothirsche, aber keine Wildschweine. Die kommen in der Gegend nicht vor.

Es führen auch viele Wildwechsel auf die Streuobstwiese. Von allen Seiten kann das Wild einwechseln und tut es nach den Spuren auch täglich.

Der Bau war nicht sehr tief unter der Erde. Nur ein relativ kleines Loch mit rund 10cm Tiefe war übrig.

Welches Tier kann denn diese Spur hinterlassen haben?

Mögliche Lösungen:
– Dachs: Dachse finden unterirdische Wespennester mit dem ausgezeichneten Geruchssinn und machen sich wie die restlichen potentiellen “Täter” Larven unwiderstehlich
– Waschbär: Auch Waschbären kommen in Frage, doch sind in der Gegend eher selten
– Specht: Grünspechte machen die Gegend unsicher und haben auch schon den einen oder anderen Ameisenhaufen auf dem Gewissen.
– Wespenbussard: Ein selten gewordener Gast. Daher eher unwahrscheinlich, aber denkbar.
– Wildschweine: Diese Tiere stehen auch auf der Liste der potentiellen Fressfeinde, doch wie weiter oben bereits angeführt sind Wildschweine in der Gegend nicht heimisch und scheiden in dem Fall aus.